Die Organisation unserer Unternehmen ist im Normalbetrieb so stark, dass alle Aspekte eines Unternehmens bewältigt werden können, von Produktion bis Projektabwicklung bis Neuentwicklung weiterer Produkte etc. In der normalen Organisation gibt es zumeist entsprechende Integrierte Management Systeme oder Qualitätsmanagementsysteme oder Umweltmanagementsysteme oder Einkaufshandbücher etc. Hier hat man Spielregeln der Kooperation nach strengen Regeln aufgebaut, die zumeist nach den Grundsätzen der "gerichtsfesten" Organisation aufgebaut sein sollten.

Dann aber gibt es Ereignisse in Unternehmen, die ganz schnell ablaufen und zu einer physischen und psychischen Überbeanspruchung von Menschen führen. Gleichzeitig werden die Produktionsanlagen bzw. Nebenanlagen so beansprucht, dass ihr Zusammenbruch droht oder schon begonnen hat oder vollendet ist. Dies führt zu Panik bei den Menschen und Chaos bei der Organisation.

Damit dieses nicht eintritt, muss eine Rückfallebene vorhanden sein mit einer geringen Organisationsdichte, die aber auf die verschiedenen Notfälle des Unternehmens ausgerichtet ist. Diese Rückfallebene stellt eine Minimalorganisation zur Verfügung, z.B. durch schnelles Aufbauen einer Krisenstabsorganisation und Gefahrenabwehrplänen, die auf die verschiedenen Bedrohungssituationen des Unternehmens abgestimmt sind.

In der Krisenstabsorganisation handelt es sich meist darum, festzulegen, ab wann überhaupt ein Notfall vorliegt, dies kann nur für das Unternehmen spezifisch bestimmt werden, eine allgemeine Definition gibt es nicht. Nach vorher festgelegten Kriterien kann auch der Schichtleiter vor Ort den Notfall ausrufen und die entsprechenden festgelegten Maßnahmen ergreifen, z.B. Hubschrauber ordern. Sein Kompetenzrahmen erweitert sich dabei schlagartig, es ist also wichtig, festzulegen, von welchem Moment an diese Erweiterung auftritt. Die Maßnahmen, die ergriffen werden, sind in einem Gefahrenabwehrplan vorher zu überlegen und zu dokumentieren, damit im Notfall die entsprechenden Unterlagen nur eingesehen werden müssen und die entsprechenden Maßnahmen realisiert werden können.

Die bekanntesten Gefahrenabwehrpläne sind Brand, Gas, Wasser, Stromausfall, Menschenrettung etc. je nach Unternehmen auch Bombendrohung und Entführung.

Hier ist der Lageplan des bedrohten Objektes abgebildet, die Gefahr innerhalb des Objektes wird beschrieben und es wird dargestellt, mit welchen Maßnahmen die verschiedenen Gefahren zu beherrschen sind. Ein Schul-Beispiel ist immer, zu fragen: Wie retten sie bei CO2-Ausbruch, in Luv oder Lee, d.h. in Leben oder Tod?

Zur Notfallorganisation gehört auch das Zurverfügungstellen eines entsprechenden Aktualisierungsdienstes. Die Telefonnummern müssen regelmäßig aktualisiert werden, das Gefährdungspotential der einzelnen Objekte ist regelmäßig zu verifizieren, die Lagepläne, Zufahrtswege etc. sind ebenfalls regelmäßig zu aktualisieren.

Im so genannten Krisenstabsraum müssen alle diese Informationen zusammenlaufen, hier muss unterschieden werden zwischen dem eigentlichen Krisenstabsraum und dem Kommunikationsraum. Die Fachleute für den Krisenstab sollen in Ruhe, fern vom Ereignis, denken können, die Informationen gehen rein und raus über die Kommunikationszentrale, z.B. im Vorraum des Krisenstabsraumes.

Dazu müssen genügend Telefonleitungen, Standleitungen und Geheimleitungen zur Verfügung stehen.

Ein für den Notfall Zuständiger (Beauftragter) hat sich um die ständige Aktualisierung der Unterlagen und Informationen zu kümmern, jeder weiß, dass eine entsprechende Notfallsituation nur durch Üben beherrscht werden kann. Die erste Notfallübung ist zumeist eine Katastrophe, daraus folgen weitere Maßnahmen, um die Notfallorganisation ans Laufen zu bekommen.

Vor allem: ein integraler Bestandteil der Notfallorganisation ist Business Continuity Planing - wie geht es hinterher weiter. Das Geschäft muss weiterlaufen, sonst sind die Kunden weg. Oder die Zulieferer, auf deren Produkte man doch angewiesen ist.

Selbstverständlich sind immanente Bestandteile eines solchen Systems z.B. Risikomanagementsysteme. Ein Risikomanagementsystem sorgt dafür, dass für den jeweiligen Betrachtungsaspekt alle Risiken zusammengestellt werden, für jedes relevante Risiko die entsprechende Risikobeherrschungsmaßnahmen angedacht und realisiert werden, danach durchgeführt werden, um das Risiko zu beherrschen.

Dabei ist Risiko das Produkt aus Gefährdungshäufigkeit und Gefährdungspotential, beide sollten in einer Skalierung nach weniger wichtig bis ganz wichtig eingestuft werden. Das Produkt kann sehr gut in eine Risikomappe (Risikomapping von Risikopotential und Risikohäufigkeit) eingetragen werden. Daraus ergibt sich der Handlungsbedarf, je nachdem ob man sich über einer bestimmten Risikogrenze bewegt bis hin zu einer Grenze, bei der keine Maßnahmen helfen.


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Dr. Adams und Partner-Gruppe